Was kostet eine Betreuungsverfügung?
Eine Betreuungsverfügung selbst kostet in der Regel nichts – sie ist formfrei und braucht keinen Notar. Teuer wird erst das, was sie verhindern soll: eine Betreuung durch einen fremden Berufsbetreuer. Hier stehen beide Seiten der Rechnung.
Die Kosten im Überblick
| Weg | Kosten | Aufwand für dich |
|---|---|---|
| Selbst formuliert | 0 € | Hoch – du musst selbst wissen, was hineingehört |
| Kostenloser Vordruck (BMJ) | 0 € | Mittel – Struktur vorgegeben, Inhalte nicht |
| OVE App | 9,99 € einmalig | Gering – Schritt für Schritt, fertige Formulierung |
| Beglaubigung Betreuungsbehörde | ca. 10 € | Gering, aber Termin nötig |
| Eintrag Zentrales Vorsorgeregister | 20,50–26 € einmalig | Gering – online möglich |
| Anwaltliche Beratung | ab ca. 190 € netto (Erstberatung) | Gering – sinnvoll bei Familienkonflikten |
Warum die Erstellung nichts kosten muss
Für die Betreuungsverfügung schreibt das Gesetz keine bestimmte Form vor. Es gibt keine Beurkundungspflicht, keinen vorgeschriebenen Wortlaut und keine Gebühr, die irgendwo anfällt. Schriftlich mit Ort, Datum und eigenhändiger Unterschrift – mehr verlangt niemand. Damit unterscheidet sie sich deutlich von der Vorsorgevollmacht, bei der für Immobiliengeschäfte oder Darlehen notarielle Form zur Pflicht wird und schnell dreistellige Beträge entstehen.
Ein Notar ist bei der Betreuungsverfügung deshalb in aller Regel überflüssig. Wer trotzdem eine Beurkundung wünscht, zahlt nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) – die Gebühr bemisst sich wie bei der Vollmacht am Geschäftswert, also der Hälfte des Reinvermögens. Einen rechtlichen Vorteil bringt das hier praktisch nicht: Das Gericht ist an deinen Vorschlag nach § 1816 Abs. 2 BGB auch ohne Notar gebunden.
Beglaubigung: nötig oder nicht?
Nötig ist sie nicht. Die Betreuungsbehörde deiner Stadt oder deines Kreises darf Unterschriften unter Betreuungsverfügungen und Vorsorgevollmachten öffentlich beglaubigen und nimmt dafür rund 10 €. Der Nutzen ist bei der Betreuungsverfügung allerdings begrenzt: Das Dokument richtet sich an ein Gericht, das deine Angaben ohnehin prüft, und nicht an Banken oder Vertragspartner, die Zweifel an der Echtheit anmelden könnten. Wer beides ohnehin erstellt, kann die Beglaubigung im selben Termin mitnehmen – für die Vollmacht bringt sie mehr.
Die Registrierung im Zentralen Vorsorgeregister
Das ist der einzige Posten, den wir aktiv empfehlen. Die Eintragung bei der Bundesnotarkammer kostet einmalig 20,50 € online, je nach Meldeweg und Zahlungsart bis zu 26,00 €. Gespeichert wird nicht der Inhalt, sondern nur, dass es eine Betreuungsverfügung gibt und wo sie liegt.
Der Grund für die Empfehlung ist praktisch: Das Betreuungsgericht fragt dieses Register ab, bevor es einen Betreuer bestellt. Eine Betreuungsverfügung, die in einer Schublade liegt und von der niemand weiß, ändert am Verfahren nichts – sie kommt schlicht zu spät. Zwanzig Euro sind hier gut angelegt.
Der eigentliche Kostenfaktor: die Betreuung selbst
Wer nach den Kosten einer Betreuungsverfügung sucht, übersieht meist die größere Zahl. Kommt es zu einer Betreuung, entstehen laufende Kosten – und ob sie anfallen, hängt genau an der Frage, die deine Betreuungsverfügung beantwortet: Wer wird Betreuer?
- Ehrenamtlicher Betreuer (in der Regel ein Angehöriger): keine Vergütung. Er kann eine jährliche Aufwandspauschale von derzeit 425 € geltend machen – mehr nicht.
- Berufsbetreuer: vergütet nach dem Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz (VBVG) mit monatlichen Fallpauschalen. Je nach Qualifikation, Wohnform und Dauer der Betreuung liegen sie grob zwischen 100 und 400 € pro Monat.
Über Jahre summiert sich das auf einen vier- bis fünfstelligen Betrag – bezahlt aus deinem Vermögen, solange du nicht mittellos bist. Dazu kommen die Gerichtskosten des Verfahrens selbst, die sich ebenfalls nach deinem Vermögen richten. Die Zahlen und den Ablauf im Einzelnen findest du unter Betreuungsgericht: Ablauf, Dauer, Kosten.
Damit wird die Rechnung klar: Eine Betreuungsverfügung, die eine bereite und geeignete Person aus dem eigenen Umfeld benennt, kann den Unterschied zwischen ehrenamtlicher und berufsmäßiger Betreuung ausmachen. Das ist kein Verkaufsargument, sondern der Grund, warum das Gesetz dem Vorschlag überhaupt Bindungswirkung gibt.
Wann sich Beratung lohnt
Für die meisten Situationen brauchst du keinen Anwalt. Eine Erstberatung kostet nach § 34 RVG höchstens 190 € netto und ist dann sinnvoll, wenn die Ausgangslage kompliziert ist: bei absehbarem Streit zwischen Geschwistern, bei einem Unternehmen oder größerem Vermögen im Hintergrund, oder wenn du eine Person ausdrücklich ausschließen willst und befürchtest, dass sie das anficht. In diesen Fällen ist das Geld gut investiert – nicht für das Dokument, sondern für die Einschätzung der Lage.
Was kostet eine Betreuungsverfügung mit OVE?
Mit OVE zahlst du 9,99 € einmalig – kein Abo, keine Folgekosten. Alle Schritte sind kostenlos ausfüllbar, erst das fertige PDF kostet. Du beantwortest eine Frage nach der anderen in normaler Sprache, den Text formuliert die App daraus; die Vorlage orientiert sich an den Empfehlungen des Bundesjustizministeriums. Deine Angaben bleiben verschlüsselt auf deinem Gerät: kein Account, kein Server, keine Cloud.
Die Frage, ob sich das gegenüber einem kostenlosen Vordruck lohnt, ist berechtigt. Der Unterschied liegt nicht im Papier, sondern in den Entscheidungen davor – Ersatzpersonen, Ausschlüsse, Wohn- und Vermögenswünsche. Ein leerer Vordruck stellt diese Fragen nicht. Was das Dokument leisten muss, steht unter Betreuungsverfügung erstellen; eine kompakte Einordnung gibt Was ist eine Betreuungsverfügung?.
Spartipp: das Komplettpaket
Die Betreuungsverfügung wirkt am besten zusammen mit den beiden anderen Dokumenten: Die Vorsorgevollmacht vermeidet das Verfahren, die Betreuungsverfügung gestaltet es, die Patientenverfügung regelt die Behandlung. Alle drei gibt es bei OVE im Komplettpaket für 19,99 € statt 29,97 € einzeln.
Häufige Fragen zu den Kosten
Was kostet eine Betreuungsverfügung?
Die Erstellung selbst kostet nichts: Es gibt keine Formvorschrift, keine Beurkundungspflicht und keine Gebühr. Kosten entstehen nur freiwillig — rund 10 Euro für eine Beglaubigung bei der Betreuungsbehörde, gut 20 Euro für den Eintrag im Zentralen Vorsorgeregister. Mit OVE zahlst du 9,99 Euro einmalig für das fertige PDF.
Brauche ich für eine Betreuungsverfügung einen Notar?
Nein. Sie ist ohne Notar wirksam, und eine Beurkundung bringt rechtlich praktisch keinen Vorteil: Das Gericht ist an deinen Betreuervorschlag nach § 1816 Abs. 2 BGB auch ohne notarielle Form gebunden. Empfohlen ist lediglich die Schriftform mit Ort, Datum und eigenhändiger Unterschrift.
Was kostet ein rechtlicher Betreuer?
Ein ehrenamtlicher Betreuer, meist ein Angehöriger, erhält keine Vergütung, sondern nur eine jährliche Aufwandspauschale von derzeit 425 Euro. Ein Berufsbetreuer wird nach dem VBVG mit monatlichen Fallpauschalen vergütet, die je nach Qualifikation, Wohnform und Dauer grob zwischen 100 und 400 Euro liegen. Bezahlt wird das aus dem Vermögen der betreuten Person, sofern sie nicht mittellos ist.
Lohnt sich der Eintrag im Zentralen Vorsorgeregister?
In der Regel ja. Das Betreuungsgericht fragt das Register ab, bevor es einen Betreuer bestellt. Eine Betreuungsverfügung, von der niemand weiß, kommt im Verfahren schlicht zu spät. Die einmalige Gebühr liegt bei 20,50 Euro online, gespeichert wird nur, dass das Dokument existiert und wo es liegt.
Muss ich die Betreuungsverfügung beglaubigen lassen?
Nein. Die Beglaubigung bei der Betreuungsbehörde kostet rund 10 Euro, bringt bei der Betreuungsverfügung aber wenig: Das Dokument richtet sich an ein Gericht, das die Angaben ohnehin prüft. Bei der Vorsorgevollmacht ist der Nutzen größer, weil dort Banken und Vertragspartner überzeugt werden müssen.