Was kostet eine Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht kann kostenlos sein oder mehrere Hundert Euro kosten – je nachdem, ob du einen Vordruck nutzt, sie beglaubigen lässt oder zum Notar gehst. Hier siehst du die realistischen Kosten und woran sich die Notargebühren bemessen.

Die Kosten im Überblick

Weg Kosten Aufwand für dich
Kostenloser Vordruck (PDF) 0 € Hoch – du musst selbst entscheiden, was reingehört
OVE App 9,99 € einmalig Gering – Schritt für Schritt, fertige Formulierung
Beglaubigung Betreuungsbehörde ca. 10 € Gering, aber Termin nötig
Notarielle Beglaubigung der Unterschrift ca. 20–70 € Gering, Termin nötig
Notarielle Beurkundung ca. 60–1.300 €, abhängig vom Vermögen Gering, Termin nötig – nur bei Immobilien/Krediten Pflicht
Anwaltliche Beratung ca. 100–400 € Gering – sinnvoll bei komplexen Verhältnissen

Was kostet eine Vorsorgevollmacht beim Notar?

Anders als beim Anwalt kann der Notar seinen Preis nicht frei festlegen. Die Gebühren stehen im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und sind bundesweit identisch – Preise vergleichen lohnt sich also nicht. Entscheidend ist eine einzige Größe: der Geschäftswert.

Bei einer Vorsorgevollmacht wird dieser Wert aus deinem Vermögen abgeleitet. Angesetzt wird nach § 98 GNotKG die Hälfte deines Reinvermögens, also Vermögen abzüglich Schulden. Verbindlichkeiten auf einer Immobilie senken den Wert damit spürbar. Nach oben ist der Geschäftswert auf 1 Mio. € gedeckelt, nach unten liegt er bei mindestens 5.000 €. Auf diesen Wert fällt für die Beurkundung eine volle Gebühr an (KV 21200).

Zur Orientierung einige typische Konstellationen:

Reinvermögen Geschäftswert Gebühr netto Gesamt ca. (mit Auslagen und USt.)
50.000 € 25.000 € 115 € ca. 173 €
100.000 € 50.000 € 165 € ca. 232 €
250.000 € 125.000 € 300 € ca. 393 €
500.000 € 250.000 € 545 € ca. 684 €

Die Werte sind gerundet und ersetzen keine verbindliche Auskunft – jedes Notariat nennt dir die Gebühr auf Anfrage vorab, sie ist ja gesetzlich vorgegeben. Deutlich günstiger ist die reine Unterschriftsbeglaubigung: Dabei bestätigt der Notar nur, dass die Unterschrift von dir stammt, ohne den Inhalt zu prüfen. Das kostet je nach Geschäftswert etwa 20 bis 70 € und genügt für Grundbuchgeschäfte in vielen Fällen bereits.

Wann brauche ich überhaupt eine Beglaubigung?

Für die meisten Vorsorgevollmachten reicht die Schriftform mit Unterschrift – das kostet nichts. Eine öffentliche Beglaubigung durch die Betreuungsbehörde (rund 10 €) macht die Vollmacht im Rechtsverkehr glaubwürdiger und ist die günstigste Form der amtlichen Bestätigung. Sie darf allerdings nur Vorsorgevollmachten beglaubigen, nicht beliebige andere Dokumente.

Notarielle Form wird erst zur Pflicht, wenn deine bevollmächtigte Person Immobiliengeschäfte abwickeln oder Darlehen aufnehmen können soll. Warum das so ist und was sonst ohne Notar geht, steht unter Patientenverfügung ohne Notar.

Ein praktischer Punkt unabhängig von der Rechtslage: Banken bestehen häufig auf ihren eigenen Vollmachtsformularen und akzeptieren private Dokumente nur zögerlich. Eine notarielle Vollmacht erhöht die Chancen, löst das Problem aber nicht zuverlässig. Mehr dazu unter Vorsorgevollmacht und Bank.

Versteckte Kosten, an die kaum jemand denkt

  • Zentrales Vorsorgeregister: Die Registrierung bei der Bundesnotarkammer kostet einmalig rund 13 bis 21 €, je nach Anzahl der Bevollmächtigten und Meldeweg. Sie ist freiwillig, sorgt aber dafür, dass das Betreuungsgericht die Vollmacht im Ernstfall überhaupt findet.
  • Beglaubigte Abschriften: Wenn mehrere Stellen ein Original sehen wollen, brauchst du Ausfertigungen. Jede kostet beim Notar zusätzlich.
  • Spätere Änderungen: Eine beurkundete Vollmacht zu ändern heißt, sie neu zu beurkunden – die Gebühr fällt erneut an. Bei einer privatschriftlichen Vollmacht schreibst du sie einfach neu.

Was kostet eine Vorsorgevollmacht mit OVE?

Mit OVE zahlst du 9,99 € einmalig pro Dokument – kein Abo, keine Folgekosten. Die Schritte sind kostenlos ausfüllbar, erst das fertige PDF kostet. Du wählst pro Bereich, was deine Vertrauensperson darf; den Text formuliert die App daraus, orientiert an den Empfehlungen des Bundesjustizministeriums. Eine eventuelle Beglaubigung kommt separat dazu, ist aber in den meisten Fällen nicht nötig. Wie du dabei vorgehst, steht unter Vorsorgevollmacht erstellen: Schritt für Schritt.

Spartipp: das Komplettpaket

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung gehören zusammen. Alle drei Dokumente gibt es bei OVE im Komplettpaket für 19,99 € – statt 29,97 € einzeln.

Alle drei Dokumente für weniger als eine Notarstunde.

  • Eine Frage nach der anderen, in normaler Sprache – kein 40-seitiges PDF.
  • 15 Minuten am Tag. Die ersten Schritte sind kostenlos.
  • Vorlagen orientiert am Bundesjustizministerium. Daten bleiben auf deinem Gerät.

Häufige Fragen zu den Kosten

Was kostet eine Vorsorgevollmacht beim Notar?

Die Gebühren richten sich nach dem GNotKG und sind bundesweit gleich. Maßgeblich ist der Geschäftswert, also die Hälfte deines Reinvermögens. Bei 100.000 Euro Reinvermögen liegt die Beurkundung bei rund 165 Euro netto, mit Auslagen und Umsatzsteuer bei etwa 232 Euro. Bei 250.000 Euro Reinvermögen sind es rund 300 Euro netto beziehungsweise etwa 393 Euro gesamt.

Muss eine Vorsorgevollmacht beglaubigt werden?

Meist nicht. Die Schriftform mit Unterschrift reicht. Eine Beglaubigung bei der Betreuungsbehörde kostet rund 10 Euro und erhöht die Glaubwürdigkeit. Notarielle Form ist nur bei Immobiliengeschäften und Darlehen Pflicht.

Was ist der Unterschied zwischen Beglaubigung und Beurkundung?

Bei der Beglaubigung bestätigt der Notar nur, dass die Unterschrift von dir stammt. Bei der Beurkundung prüft und protokolliert er zusätzlich den Inhalt und deine Geschäftsfähigkeit. Die Beurkundung ist deutlich teurer, aber nur in bestimmten Fällen vorgeschrieben.

Kann ich die Notarkosten für eine Vorsorgevollmacht senken?

Die Gebühren sind gesetzlich festgelegt und nicht verhandelbar. Sparen lässt sich nur über die Form: eine privatschriftliche Vollmacht kostet nichts, die Beglaubigung bei der Betreuungsbehörde rund 10 Euro, und eine reine Unterschriftsbeglaubigung ist günstiger als die volle Beurkundung.

Gibt es bei einer Vorsorgevollmacht laufende Kosten?

Nein. Bei OVE zahlst du einmalig pro Dokument, kein Abo. Beim Notar fallen Gebühren nur bei der Errichtung an, allerdings erneut, wenn du eine beurkundete Vollmacht später ändern lässt.

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