Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht ist die Erlaubnis an eine Person deines Vertrauens, in deinem Namen zu entscheiden und zu handeln, wenn du es selbst nicht mehr kannst – gegenüber Ärzten, Banken und Behörden.

Wofür ist eine Vorsorgevollmacht da?

Nach einem Schlaganfall, Unfall oder bei Demenz kann es sein, dass du deine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kannst. Ohne Vorsorgevollmacht bestellt dann das Betreuungsgericht einen rechtlichen Betreuer – das kann eine fremde Person sein. Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmst du selbst, wer das übernimmt, und vermeidest das gerichtliche Verfahren.

Was kann sie regeln?

Du legst fest, für welche Bereiche die Vollmacht gilt:

  • Gesundheit: Entscheidungen über Behandlungen, Einsicht in Unterlagen, Wahl von Ärzten und Pflege
  • Aufenthalt und Wohnung: Wohnungsangelegenheiten, ggf. Umzug in eine Pflegeeinrichtung
  • Vermögen und Behörden: Bankgeschäfte, Verträge, Post, Ämter und Versicherungen
  • Vertretung vor Gericht

Wen kann ich bevollmächtigen?

Jede volljährige Person deines Vertrauens – oft Partner, Kind oder ein enger Freund. Wichtig ist, dass du ihr uneingeschränkt vertraust und vorher mit ihr sprichst. Du kannst auch mehrere Personen einsetzen oder eine Ersatzperson benennen – Letzteres ist der am häufigsten vergessene Punkt, denn auch die bevollmächtigte Person kann ausfallen.

Neben dem Vertrauen zählen zwei praktische Eigenschaften: Erreichbarkeit (wer weit weg wohnt, kann bei Bank und Behörde vor Ort wenig ausrichten) und die Bereitschaft, im Ernstfall auch unangenehme Entscheidungen zu treffen. Wie du Umfang, Ersatzperson und Kontrolle im Einzelnen festlegst, steht unter Vorsorgevollmacht erstellen: Schritt für Schritt.

Was passiert ohne Vorsorgevollmacht?

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Ehepartner oder Kinder dann automatisch einspringen dürfen. Das ist nicht so: Ohne Vollmacht sind Angehörige weitgehend handlungsunfähig – sie kommen nicht an das Konto, können Verträge nicht kündigen und erhalten von Ärzten oft keine Auskunft.

Für Ehepaare gibt es seit 2023 eine begrenzte Ausnahme: Das Ehegattennotvertretungsrecht erlaubt Entscheidungen in Gesundheitsfragen – für höchstens sechs Monate und ausdrücklich nicht für Finanzen. Fehlt eine Vollmacht, bestellt das Betreuungsgericht einen rechtlichen Betreuer. Das Verfahren dauert Wochen bis Monate, umfasst ein Gutachten über deinen Zustand und endet mit gerichtlicher Aufsicht – selbst dann, wenn der eigene Ehepartner zum Betreuer bestellt wird.

Ab wann gilt die Vollmacht – und was kostet sie?

Nach außen ist die Vollmacht ab deiner Unterschrift wirksam, nicht erst im Ernstfall. Das klingt riskanter, als es ist: Gesteuert wird der Einsatz über das Innenverhältnis (eine schriftliche Absprache, wann sie benutzt werden darf) und darüber, dass du das Original behältst – Banken und Behörden verlangen es. Die Wirksamkeit direkt an eine Bedingung zu knüpfen, klingt naheliegend, führt in der Praxis aber dazu, dass Banken die Vollmacht ablehnen.

Kosten entstehen nur, wenn du sie verursachst: Selbst aufgesetzt ist die Vollmacht kostenlos, die Betreuungsbehörde beglaubigt Unterschriften für einen kleinen zweistelligen Betrag. Ein Notar ist nur bei Immobiliengeschäften und Krediten nötig; was das kostet, steht unter Was kostet eine Vorsorgevollmacht?.

Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung

Die Vorsorgevollmacht regelt, wer für dich handelt. Eine Patientenverfügung regelt, wie du medizinisch behandelt werden möchtest. Eine Betreuungsverfügung greift, falls trotzdem ein Gericht eingeschaltet wird – sie bestimmt, wen es als Betreuer einsetzen soll. Den genauen Unterschied erklären wir unter Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht und Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung. In OVE kannst du alle drei Dokumente erstellen.

Wenn du es konkret angehen willst: Vorsorgevollmacht erstellen führt durch Umfang, mehrere Bevollmächtigte, Missbrauchsschutz und Aufbewahrung.

So macht OVE das einfacher.

  • Eine Frage nach der anderen, in normaler Sprache – kein 40-seitiges PDF.
  • 15 Minuten am Tag. Die ersten Schritte sind kostenlos.
  • Vorlagen orientiert am Bundesjustizministerium. Daten bleiben auf deinem Gerät.

Häufige Fragen

Dürfen Ehepartner nicht automatisch füreinander entscheiden?

Nein. Auch Ehepartner brauchen eine Vollmacht, um etwa Bankgeschäfte zu erledigen oder in alle Behandlungen einzuwilligen. Das seit 2023 geltende Notvertretungsrecht für Ehegatten gilt nur kurz und nur für Gesundheitsfragen.

Ab wann gilt eine Vorsorgevollmacht?

Nach außen ab der Unterschrift. Den tatsächlichen Einsatz steuerst du über eine Absprache im Innenverhältnis und darüber, dass du das Original behältst — Banken und Behörden verlangen es. Die Wirksamkeit an eine Bedingung zu knüpfen ist unpraktisch, weil Banken die Vollmacht dann häufig ablehnen.

Brauche ich für eine Vorsorgevollmacht einen Anwalt?

Nein. Du kannst sie selbst erstellen. OVE führt dich Schritt für Schritt durch die nötigen Entscheidungen.

Was passiert ohne Vorsorgevollmacht?

Das Betreuungsgericht bestellt einen rechtlichen Betreuer. Das Verfahren dauert Wochen bis Monate und umfasst ein Gutachten. Angehörige dürfen in dieser Zeit weder Bankgeschäfte erledigen noch Verträge kündigen — auch Ehepartner nicht.

Gilt die Vorsorgevollmacht auch nach dem Ernstfall weiter?

Sie endet nicht automatisch, wenn du wieder selbst entscheiden kannst — dann gilt aber dein aktueller Wille. Über den Ernstfall hinaus wirkt sie zunächst weiter, sofern du sie nicht ausdrücklich befristet hast. Widerrufen kannst du sie jederzeit, solange du geschäftsfähig bist.

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