Vorsorge für deine Eltern regeln

Du begleitest deine Mutter oder deinen Vater zu Arztterminen, sprichst mit der Pflegekasse und behältst die Medikamente im Blick. Rechtlich vertreten darfst du sie damit noch nicht. Dafür braucht es eine Vollmacht, und die können nur deine Eltern selbst erteilen.

Was ohne Vollmacht gilt

Erwachsene Kinder haben kein gesetzliches Vertretungsrecht für ihre Eltern. Im Pflegealltag fällt das oft lange nicht auf, weil deine Mutter oder dein Vater daneben sitzt und zustimmt. Es fällt auf, sobald sie das nicht mehr können:

  • Klinik und Ärzte: Du bekommst keine Auskunft und darfst in keine Behandlung einwilligen.
  • Bank: Kein Zugriff auf das Konto, auch nicht für Miete, Zuzahlungen oder die Rechnung des Pflegedienstes.
  • Pflegekasse, Behörden, Verträge: Anträge stellen, Widerspruch einlegen oder einen Vertrag kündigen setzt eine Vertretungsbefugnis voraus.

Fehlt die Vollmacht, bestellt das Betreuungsgericht einen rechtlichen Betreuer. Das kannst du sein, entschieden wird es aber in einem Verfahren, das Wochen bis Monate dauert. Die Einzelheiten stehen unter Was Angehörige ohne Vollmacht dürfen und Betreuungsgericht: Ablauf, Dauer, Kosten.

Welche Dokumente deine Eltern brauchen

  • Vorsorgevollmacht: Deine Mutter oder dein Vater legt fest, wer für sie handeln darf, gegenüber Ärzten, Bank, Pflegekasse und Behörden. Für den Pflegealltag ist sie das wichtigste der drei Dokumente.
  • Patientenverfügung: Sie hält fest, welche Behandlungen gewünscht sind und welche nicht. Damit musst du im Ernstfall nicht raten.
  • Betreuungsverfügung: Sie nennt die Person, die das Gericht als Betreuer einsetzen soll, falls es doch dazu kommt.

Jeder Elternteil braucht eigene Dokumente. Ein gemeinsames Dokument für ein Ehepaar gibt es nicht.

Was nur deine Eltern selbst tun können

Die Entscheidung und die Unterschrift liegen bei deinen Eltern. Eine Vorsorgevollmacht muss die Person, um die es geht, eigenhändig unterschreiben, und sie muss dafür geschäftsfähig sein. Sie muss also verstehen, was sie unterschreibt und wem sie damit welche Befugnisse gibt. Für die Patientenverfügung gilt Entsprechendes: Dein Vater oder deine Mutter muss einwilligungsfähig sein.

Du darfst vorlesen, erklären, tippen und ausdrucken. Stellvertretend ausfüllen und unterschreiben darfst du nicht.

Wichtig für alle, die schon pflegen: Ein Pflegegrad sagt nichts über die Geschäftsfähigkeit. Wer körperlich Hilfe braucht, kann in aller Regel weiterhin selbst entscheiden und unterschreiben. Auch im frühen Stadium einer Demenz ist das meist noch möglich. Gibt es Zweifel, hilft eine ärztliche Bestätigung zum Zeitpunkt der Unterschrift.

Ist die Geschäftsfähigkeit nicht mehr gegeben, lässt sich keine Vollmacht mehr erteilen. Dann führt der Weg über das Betreuungsgericht. Für eine Betreuungsverfügung genügt dagegen, dass deine Mutter oder dein Vater den eigenen Willen noch bilden und äußern kann.

So hilft OVE dabei

OVE führt in Schritten von rund 15 Minuten durch die drei Dokumente: eine Frage nach der anderen, jede mit Erklärung. Am Ende steht ein PDF zum Ausdrucken und Unterschreiben. Die Vorlagen orientieren sich an den Empfehlungen des Bundesministeriums der Justiz.

Für deine Eltern gibt es zwei Wege:

  • Auf dem eigenen Handy. Deine Mutter oder dein Vater lädt OVE selbst und geht die Schritte im eigenen Tempo durch.
  • Gemeinsam auf deinem Handy. Du legst in deiner App über „Weitere Person hinzufügen“ ein Elternteil an. Ihr geht die Schritte zusammen durch, zum Beispiel bei mehreren Besuchen. Du liest vor und tippst, die Antworten gibt dein Elternteil.

Antworten und Dokumente bleiben je Person getrennt und liegen verschlüsselt auf dem Gerät. Es gibt kein Konto und keine Cloud.

Was es kostet

Alle Schritte sind kostenlos. Bezahlt wird erst das fertige PDF: 9,99 € je Dokument oder 19,99 € für alle drei im Komplettpaket, einmalig und ohne Abo. Diese Käufe gelten für alle Personen in deiner App. Jede weitere Person kostet einmalig 4,99 €.

Erst das Gespräch, dann das Dokument

Die größere Hürde ist selten das Dokument, sondern das Gespräch davor. Wie du das Thema ansprichst, welche Einwände häufig kommen und was du tun kannst, wenn deine Eltern nicht wollen, steht unter Mit den Eltern über Vorsorge sprechen.

Ein möglicher Einstieg: die eigene Vorsorge zuerst regeln und davon erzählen.

Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Haben deine Eltern eine Immobilie, braucht die Vollmacht für Grundstücksgeschäfte eine notarielle Form. Bei Streit in der Familie oder größerem Vermögen ist ein Termin beim Notar der richtige Weg.

Die Schritte sind kostenlos. Fangt gemeinsam an.

  • Eine Frage nach der anderen, in normaler Sprache – kein 40-seitiges PDF.
  • 15 Minuten am Tag. Die ersten Schritte sind kostenlos.
  • Vorlagen orientiert am Bundesjustizministerium. Daten bleiben auf deinem Gerät.

Häufige Fragen zur Vorsorge für die Eltern

Darf ich die Vorsorgevollmacht für meine Eltern ausfüllen?

Du darfst helfen: vorlesen, erklären, tippen, ausdrucken. Entscheiden und eigenhändig unterschreiben müssen deine Eltern selbst, und sie müssen dafür geschäftsfähig sein.

Meine Mutter hat einen Pflegegrad. Kann sie noch eine Vollmacht erteilen?

In aller Regel ja. Ein Pflegegrad beschreibt den Hilfebedarf, nicht die Geschäftsfähigkeit. Entscheidend ist, ob sie versteht, was sie unterschreibt. Bei Zweifeln hilft eine ärztliche Bestätigung zum Zeitpunkt der Unterschrift.

Was ist, wenn mein Vater nicht mehr geschäftsfähig ist?

Dann kann er keine Vollmacht mehr erteilen. Das Betreuungsgericht bestellt einen rechtlichen Betreuer, häufig ein Familienmitglied. Du kannst die Betreuung beim Gericht anregen und dich selbst dafür vorschlagen.

Was kostet es, die Dokumente für meine Eltern in OVE zu erstellen?

Alle Schritte sind kostenlos. Das fertige PDF kostet 9,99 € je Dokument oder 19,99 € im Komplettpaket, diese Käufe gelten für alle Personen in deiner App. Jede weitere Person kostet einmalig 4,99 €.

Brauchen meine Eltern für OVE ein eigenes Handy?

Nein. Du kannst in deiner App eine weitere Person anlegen und die Schritte gemeinsam mit deinem Elternteil durchgehen. Die Antworten und Dokumente bleiben je Person getrennt.